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25 französische Einhörner, 25 französische Einhörner, höre ich 100? – BesteFuhrer

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Der Präsident meines Heimatlandes, Emmanuel Macron, will bis 2030 100 französische Einhörner haben. Wirtschaftsminister Bruno Le Maire, 10 einheimische Dekahörner. Aber sollten wir nicht alle stattdessen von Zentauren träumen? Lass uns erforschen. —Anna

Mäßiges Brauen

Bis 2030 muss es 100 französische Einhörner geben, sagte Macron Anfang des Monats auf der VivaTech-Konferenz in Paris. „Es ist machbar“, argumentierte er später auf Twitter. „Und weil Startups beim ökologischen Wandel eine Rolle spielen müssen, setzen wir uns ein weiteres Ziel: 25 grüne Einhörner bis 2030!“

Es ist nicht neu für Macron, dem Land Ziele im Zusammenhang mit Einhörnern zu setzen. Bekanntlich tat er dies bereits 2019, als er sich wünschte, dass das Land „25 Einhörner bis 2025“ zählen solle. Und trotz einiger Debatten über Frankreichs genaue Einhornbilanz besteht Konsens darüber, dass Macrons Ziel in diesem Jahr tatsächlich erreicht wurde.

Die französische Wirtschaftszeitung „La Tribune“ hat nachgerechnet: Damit Frankreich bis 2030 100 Einhörner beheimatet, müssen jährlich neun bis zehn Einhörner hinzukommen. Laut der Zeitung macht dies Macrons Ziel „ziemlich realistisch oder sogar wenig ehrgeizig“. Wieso den? Denn 2021 hat „La French Tech“ „11 neue Einhörner hervorgebracht, was mehr ist als das Tempo, das der Präsident für die nächsten acht Jahre prognostiziert“. Das wäre aber immer noch viel schneller als 2019 oder 2020.

Abgesehen von der Geschwindigkeit erscheint Frankreichs Ziel nicht besonders ehrgeizig, wenn man es in einer globalen Perspektive betrachtet. Indien zum Beispiel hat kürzlich sein 100. Einhorn gekrönt, die Neobank Open mit Sitz in Bengaluru. Sicher, Frankreich hat nur 67,39 Millionen Einwohner, verglichen mit mehr als 1,38 Milliarden in Indien. Aber es geht nicht nur um die Bevölkerungsgröße. Damit Frankreich bei den Einhörnern pro Kopf mit den USA gleichziehen kann, sollten es bereits 130 sein, sagte BlaBlaCar-Gründer Frédéric Mazzella in einem Interview mit Les Échos.

Allerdings hat der Markt in den letzten Monaten Startups angezogen, was nicht gerade allzu ehrgeizige Ziele unterstützt. Frankreich hat im Januar dieses Jahres eine Reihe von Einhörnern geprägt, aber diese Deals sind vermutlich aus dem Ende des Jahres 2021 entstanden, als das Kapital freier floss. Diese Euphorie ist längst verflogen und junge Einhörner werden wieder zu einem seltenen Tier.

Abgesehen von den SPAC-Plänen von Deezer scheinen Börsengänge in Frankreich ebenso pausiert zu sein wie in den USA. Das bedeutet, dass französische Einhörner wahrscheinlich länger privat bleiben und ihre Zahl künstlich hoch halten. Und mit der Trägheit von ihnen, die bereits Megarunden gesammelt haben und mehr Geld brauchen, werden diejenigen, die ihre Bewertungen nicht gesenkt sehen, vielleicht zu Pentacorns oder sogar Decakcorns.

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